SEBASTIAN BARNSTORF und MICHAELA ALLENDORF

Improvisationstheater

Improvisationstheater - Workshop mit für den DaF & DaM Bereich

Das Theater im Rahmen des (Deutsch-)Unterrichts hat eine lange Tradition und geht in den heutigen curricularen Vorgaben über die Rezeption literarischer Theatertexte hinaus. Unter dem Kompetenzbereich ‚Sprechen und Zuhören’ findet sich das ‚szenische Spiel’ als Mittel, um Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten von Sprache und Körpersprache zu vermitteln. Das Improvisationstheater im Besonderen verfügt über ein großes Potential, hier anzusetzen und bietet den Teilnehmer/innen darüber hinaus noch viele weiter Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, die quasi ‚im Vorbeigehen mitgenommen werden’ (Präsenz, Selbsterfahrung, Teamwork, Umgang mit Fehlern u.v.a.m.)

In den Workshops für Schülerinnen und Schüler, deren Muttersprache Deutsch ist, liegt der Fokus auf dem spontanen Interagieren der Teilnehmenden mit dem Ziel, Geschichten auf einer Bühne zu entwickeln und zu erzählen. Grundsätze des Improvisationstheaters werden vermittelt: Das Akzeptieren der Vorschläge meines Partners/meiner Partnerin als Grundlage für eine funktionierende Szene; die Achtsamkeit/das gute Zuhören beim Spielen; die Möglichkeit des Scheiterns zu akzeptieren und damit die ‚Angst’ davor zu reduzieren; mutige Entscheidungen zu treffen und schließlich das ungeschriebene Gesetz, meinen Partner/meine Partnerin gut aussehen zu lassen. Um nur einige zu nennen. Es werden Übungen vermittelt, die das oben genannte erfahrbar machen und die nicht zuletzt unendlich viel Spaß machen. Improvisationstheater ist ein Abenteuer: spannend, schnell, unvorhersehbar und oft urkomisch.

Für die Workshops im Rahmen des Unterrichts Deutsch als Fremdsprache gilt im Grunde das Gleiche, nur dass die Übungen speziell darauf zugeschnitten sind, dass die notwendige Kommunikation mit einfacheren sprachlichen Mitteln erfolgen kann. Die große Chance, die das (Improvisations-)Theater im Rahmen des Fremdsprachen-unterrichts bietet, ist, dass quasiauthentische Situationen geschaffen werden, in der Sprache spontan und bedeutungsvoll entsteht. Da die Szene, die Kommunikation und die Freude am Spiel im Vordergrund stehen, wird die Fremdsprache vom abstrakten Unterrichtsgegenstand zu einem konkreten Mittel, um sich zu verständigen und spannende Erfahrungen auf der Bühne zu machen.

Workshop / Fortbildung "Improvisationstheater für Deutschlehrende"

Hier haben Unterrichtende die Möglichkeit, das große Potential des Improvisations-theaters für den (Deutsch-) Unterricht am eigenen Leib zu erfahren. In vielen praktischen Übungen werden die Grundregeln des Improvisierens verdeutlicht (s.o.). Diese umfassen sprachliche und körperliche Aufwärmübungen, klassische Schauspielübungen, Übungen zum Storytelling sowie zahlreiche Beispiele, wie sich Improvisationstheater auf der Bühne im kleinen oder größeren Rahmen umsetzen lässt. Der Schwerpunkt der Fortbildung richtet sich natürlich nach den Zielgruppen, mit denen die Teilnehmer/innen zu tun haben.

Die Workshopleiter

Sebastian entdeckte seine Liebe zum Theater als er mit 15 Jahren einer Amateurtheatergruppe beitrat. Dort wurde er bald von einem Scout für das Improvisationstheater entdeckt, abgeworben und ist seit 2004 Mitglied der Gruppe „Die 5te Dimension“, einer der führenden Impro-Gruppen in Hannover.

In der gut vernetzten, deutschsprachigen Impro-Szene ist Sebastian ein gefragter Gastspieler: von Basel bis Leer, von Köln bis Magdeburg eilt dem vielseitigen Improvisations-Künstler inzwischen nicht nur der Ruf voraus, ein sympathischer Teamplayer, sondern auch ein Pokal- Sammler zu sein! Insgesamt fünf Improvisations-Meisterschaften konnte er bereits für sich entscheiden. Seit 2011 begann Sebastian, erste Erfahrungen im pädagogischen Bereich zu sammeln. Er unterrichtet die Grundlagen des Impro-Theaters sowohl in kurzformatigen Workshops, z.B. auf Festivals, als auch als Dozent an der deutschen Pop Akademie in Hannover, wo Improvisationstheater als Teil einer professionellen Schauspiel- und Sprecherausbildung gelehrt wird.

 

Michaela Allendorf ist ausgebildete Schauspielerin und Sängerin und bereichert seit fast 20 Jahren die deutschsprachigen Theaterbühnen: Staatstheater Oldenburg, Kurt-Weill-Festspiele in Dessau, Neuköllner Oper Berlin, Stadttheater in Magedeburg, Hannover, St. Gallen, Konstanz und Potsdam, um nur einige Stationen zu nennen. 2003 ist sie bei den Gandersheimer Domfestspielen mit dem Roswitha-Ring für eine herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet worden. Seit nunmehr elf Jahren ist Michaela festes Ensemble-Mitglied am Theater für Niedersachsen in Hildesheim. Zahlreiche Rollen hat sie dort interpretiert, Lesungen gehalten, Lieder intoniert. Nebenbei verfolgt sie gern noch eigene künstlerische Arbeiten: zwei Liederabende und einen abendfüllenden Monolog hat sie realisiert, in Berlin eine eigene Theatergruppe und eine Country-Band mitbegründet.

Und sie gibt ihre Erfahrungen gerne weiter! Sowohl im Einzelunterricht für junge Berufsanwärter*innen, mit denen sie Szenen oder Lieder künstlerisch-kreativ erarbeitet, um sie auf ihr Studium vorzubereiten, als auch in Gruppen-Seminaren zum Thema Rhetorik, Bühnensprache, Präsenz und Mut, die persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.

Mit ihrem Partner Sebastian Barnstorf gibt sie nun auch Kreativ- und Improvisationstheater-Kurse. Hierbei ergänzen sich die beiden: Sebastian Barnstorf, erfahrener Imro-Spieler, dessen Qualität darin liegt, die Menschen aus dem Moment heraus in die eigene Größe zu locken und Michaela Allendorf, die die körperlichen und sprachlichen Mittel der Teilnehmer*innen mit Feingefühl zu erweitern vermag und sie so zu (neuem) Selbstdarstellungsbewusstsein verleiten möchte.

Ganz wichtig bei allem künstlerischen Anspruch ist den beiden: der Spaß an der eigenen Kreativität und den individuellen Ausdrucksmöglichkeiten steht immer an erster Stelle!!!

„The mind is like a parachute, it works best, when it is open!“

Besonders bei jungen Menschen, wo der Mut, sich vor anderen auszudrücken mit dem Mut, zur eigen Persönlichkeit zu stehen, einhergeht: hier geht es den beiden ganz besonders darum, einen sicheren Raum zu schaffen, indem die Teilnehmer*innen sich mit ihrem kreativen Potential begegnen und Ängste vor dem Scheitern spielerisch überwunden werden können.

Copyright ©2019 Die Zeilenschmiede